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Wanderung am 26. Juni 2022 in Wallenhorst

Nachdem im April aus organisatorischen Gründen keine Wanderung stattfinden konnte und es im Mai eine Fahrradtour gab, trafen sich acht Wanderer*innen  bei bestem Wanderwetter (Sonne/Wolken Mix) um 9.00 Uhr bei Bischof-Reddehase, um in Fahrgemeinschaften nach Wallenhorst zur Gaststätte Beckmann zu fahren. Von hier aus startete unsere von TERRA.tracks als „Alte Bauernschaft“ gezeichnete Rundwanderung.  Vorbei an älteren und modernen, sowohl konventionell als auch ökologisch bewirtschafteten Bauernhöfen, führt dieser Weg die Wanderer durch eine von der Landwirtschaft geprägte Region nordöstlich von Wallenhorst. Vom Parkplatz (bei Beckmann) aus gingen wir diesen gut gezeichneten Weg im Uhrzeigersinn und kamen über Hammweg, Burweg und Schwalenbergstraße bis zur Straßenbezeichnung „Im Alten Dorf“.  Hier erreichten wir mit der Alten St. Alexanderkirche schnell das erste kulturelle und geschichtliche Highlight auf unserem Weg. Der Legende nach soll diese Kirche bereits um 800 n. Chr. von Karl d. Großen gegründet worden sein. Sie ist sicherlich eine der ältesten Kirchen des Bistums Osnabrück und steht mit der frühen Christianisierung unserer Region im engen Zusammenhang. Eine Besonderheit, die diese Kirche von anderen unterscheidet, wird leicht übersehen und befindet sich auf der Turmspitze: statt eines üblichen (Wetter-) Hahnes thront hier eine goldfarbene Henne. Sie soll im übertragenen Sinn den Auftrag Karls des Großen - die Christianisierung - fortsetzen und weitere Kirchen „ausbrüten“.  Regelmäßige Gottesdienste finden in der Kirche nicht mehr statt, wohl aber Messen zu besonderen Anlässen. Nachdem die Kirche „Im Alten Dorf“ mehr als 1000 Jahre den Gläubigen Wallenhorsts und den Gemeinden des weitläufigen Kirchspiels gedient hatte, war sie zu klein und stark renovierungsbedürftig geworden. Die Kirchengemeinde entschloss sich deshalb 1877 zu einem Neubau der Neuen St. Alexanderkirche am heutigen Standort, was zu einer Verlagerung des Ortszentrums weg aus dem Alten Dorf nach Westen ins heutige Zentrum führte. Doch nun zurück zum Weg: nach einer kleinen Pause auf dem Kirchhof der Alten St. Alexanderkirche zum Lesen der Informationstafeln gingen wir weiter auf dem „Schleptruper Kirchweg“. Dieser historische Pfad führt mehrere hundert Meter auf Bohlen (früher wohl ein Knüppeldamm) durch ein Feuchtgebiet mit Wiesen und Erlen. Dort, wo der Schleptruper Kirchweg auf den Hammweg trifft, nutzten wir kurz einen netten Rastplatz, der u.a. auch für die Wanderer auf dem Mühlenweg angelegt worden ist. Nach einer offenen Landschaft folgte ein Abschnitt mit breiten Waldwegen. Dann kamen wir über einen langen Feldweg auf eine kleine Siedlungsfläche zu, die der Keimzelle der alten Wallenhorster Bauernschaft entspringt: dem Hörnschen Hof (heute Fam. Stallkamp), der in einer Urkunde schon 1223 erwähnt wird.  Er war im Mittelalter wohl ein sogenannter Meierhof, also eine Verwaltungsstelle für eine geistliche oder adlige Grundherrschaft. Die zahllosen Wallenhorster Hörnschemeyers stammen letztendlich von hier; fast jeder von ihnen hat wohl einen Urahnen, dessen Wiege auf dem alten Hörnschen Hof stand. Wir folgten dort der Straße Hörnschen Hof, überquerten den Wallenhorster Bach und sahen schon den CSA Hof Pente vor uns liegen. Eigentlich führt der Wanderweg direkt über das Hofgelände; wegen dortiger Bauarbeiten wurden wir bereits vorher auf Sichtweite umgeleitet. Der Hof der Familie Hartkemeyer geht auf eine viele Jahrhunderte lange Generationenreihe zurück; heute wird dort auf etwa 50 ha Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) betrieben nach Demetervorgaben. Seit 2018 gibt es auf dem Hof auch eine Privatschule für den Primarbereich: die „Freie Hofschule Pente“ in privater Trägerschaft.


Weiter gings auf Wegen durch Felder und einen längeren Waldabschnitt am Südwestrand der Schleptruper Egge entlang, mit gelegentlichem Blickkontakt zum 234 m hohen Sendemast der Deutschen Funkturm GmbH (Rundfunk u. TV), dessen Fundament sich auf dem höchsten Punkt der Egge (147 m) befindet. Schließlich erreichten wir die Straße Hinterm Berge, bogen nach links in sie ein und folgten ihr bis zur Wallenhorster Straße. Wir machten dort einen Rechtsschwenk auf den asphaltierten Rad- bzw. Fußweg parallel zur Hauptstraße (L 78) für etwa einen halben Kilometer bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.  Zugegeben, dieser letzte halbe Kilometer direkt neben der vielbefahrenen Landstraße L 75 war kein Weg, den Wanderer gerne länger gehen würden, zumal das Thermometer inzwischen auf 27 Grad geklettert war. Der Abschluss der Wanderrunde von etwa 9 km nach knapp drei Stunden auf der Terrasse des Gasthauses Beckmann, um in geselliger Runde Speisen und Getränke zu genießen, stellte aber alle Mitwanderer*innen restlos zufrieden.
                                                                                                                                                                      

Günter Spieker

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